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Hans Heißner †
Roma, via del boschetto in der Subura, nahe dem Colosseum und antiken Forum - was hat das alles mit dem Müncher Hirschgarten und seiner Bühne zu tun? Ich denke, sehr viel wahrscheinlich sogar Entscheidendes. Trifft sich doch im dortigen Hotel Grifo in schöner Regelmäßigkeit der harte Kern jenes Freundeskreises, aus dem seit nunmehr zehn Jahren die Aufführungen erwachsen. Dass auch der Initiator und Regisseur Peter Landstorfer dazugehört, halte ich nachgerade für eine der Voraussetzungen des Gelingens. Das bringt mich auf die Frage: Was ist eigentlich „Theater”? Ganz gewiß Sache einer Gemeinschaft, zunächst derjenigen der Akteure. Bereits das Zusammenspiel von Bürgerchor und Solisten an den Dionysien gab davon Zeugnis. Eine gemeinsame Idee, von gemeinsamem Wollen geformt, das erst ist auch heute noch echtes „Theater” - entgegen Starkult und Kommerzgebaren. Soviel zur einen Hälfte des Phänomens, dem Ensemble. Die andere bildet das Publikum, nur vereint entsteht ein Ganzes, worauf schon das griechische Wort „Theatron” (von theaomai - ich schaue an) hinweist. Wie für die attische Tragödie eine „Gemeinde” unerlässlich war, so vollzieht sich seither wahres Theatergeschehen durch das Einverständnis von „Droben” und „Drunten” , von Spielern und Zuschauern. Das bedarf freilich eines gemäßen Inhalts. Die Dramendichter der Hellenen schöpften aus der heimischen „Geschichte” der Vorzeit, dem Mythos, den Münchner Hirschgarten bietet sich der Fundus alpenländischer Vorstellungswelt. Und diese kennen sie vor allem durch die gemeinschaftlichen Aufenthalte in der Wildschönau, fast hätte ich gesagt, ihrer „Heimstatt” in den Bergen. Von daher erklären sich auch die spezifischen Themen dieses „Volkstheaters”, anfangs in Großhesselohe noch aus dem gängigen Angebot übernommen, bald jedoch selbst erfunden und gestaltet: Peter Landstorfer wurde, unterstützt durch Freunde, in erster Linie Ludwig Schaffernicht („Wiggi”) und Roland Thurmayr („Rolli”), zum profilierten Autor, der Unterhaltung und Kurzweil garantierte. Bei den Vorstellungen tat dann die Gastronomie ein übriges - dazu das Bier vom Feinsten! Dass der jeweilige Erfolg nicht zuletzt dem „handwerklichen” Können der Darsteller zu verdanken war, sei nicht verschwiegen, ebenso wenig wie die Tatsache, dass Mitglieder der Bühne sich auch bei Aufführungen des Ludwiggymnasiums ihre Sporen verdienten, so z. B. in der „Bernauerin” von Carl Orff, in Bertolt Brechts „Arturo Ui”, seiner „Dreigroschenoper” und noch vor einem Jahr in Friedrich Schillers „Wilhelm Tell”. Für das nächste Jahrzehnt Schauspieler | Aktuelles Stück | Veranstaltungsort | Vorverkauf | Archiv | Historie | Kontakt | Impressum |